Spiele & Icebreaker für Online-Meetings

Warum Spiele in Online-Meetings wirken

Vor dem Bildschirm fehlt alles, was ein Meeting sonst menschlich macht: der Smalltalk vor der Tür, der Blickkontakt, das gemeinsame Lachen. Ein kurzes Spiel am Anfang holt genau das zurück. Es senkt die Hemmschwelle, sich zu Wort zu melden, und sorgt dafür, dass die Teilnehmer:innen nicht nur eingeloggt, sondern auch geistig anwesend sind.

Aus der Sportpsychologie kennen wir das Prinzip vom Aufwärmen: Niemand startet kalt in den Wettkampf. Ein Icebreaker ist das Aufwärmen für die Zusammenarbeit – kurz, niederschwellig und mit einem klaren Zweck.

So wählst du das passende Spiel

  • Vertrauen in der Gruppe: Kennen sich alle schon? Dann darf es persönlicher werden. Neue Gruppe? Mit leichten Fragen starten.

  • Zeit: Im Arbeitsmeeting reichen 2–5 Minuten; im Workshop darf es länger sein.

  • Gruppengröße: Ab etwa 8 Personen funktionieren Breakout-Räume besser als Runden, in denen alle nacheinander sprechen.

8 Spiele und Icebreaker, die ohne Tool funktionieren

1. Blitzlicht-Check-in (2 Minuten)

Reihum sagt jede:r ein Wort – oder zeigt ein Emoji im Chat – zur aktuellen Stimmung. Kein Kommentar, keine Diskussion. Schnell, für jede Gruppengröße, und du weißt sofort, wo dein Team steht.

2. Zwei Wahrheiten, eine Lüge (10 Minuten)

Eine Person nennt drei Aussagen über sich, eine davon ist erfunden. Die anderen raten per Chat oder Handzeichen. Ideal für Gruppen, die sich noch nicht gut kennen.

3. Show & Tell (5–10 Minuten)

Alle holen einen Gegenstand aus Reichweite und erzählen in einem Satz, warum er dort liegt. Nutzt genau das, was Online-Meetings anderen voraushaben: den Blick in die Welt der anderen. Eine ausführlichere Variante aus dem Buch – „Meine Geldbörse ist mein Leben“ – findest du unten in der Leseprobe.

4. Gemeinsamkeiten-Jagd (5 Minuten)

In Breakout-Räumen zu dritt oder viert: Findet drei Dinge, die ihr alle gemeinsam habt – aber nicht die Firma oder den Job. Danach teilt jede Gruppe die überraschendste Gemeinsamkeit.

5. Die Satz-Geschichte (5 Minuten)

Die Gruppe erzählt gemeinsam eine Geschichte, jede:r fügt einen Satz hinzu. Die Reihenfolge gibt die Moderation vor. Trainiert Zuhören – wer nicht aufpasst, verliert den Faden.

6. Zeichnen und raten (10 Minuten)

Eine Person zeichnet auf dem gemeinsamen Whiteboard einen Begriff, die anderen raten. Funktioniert mit dem Whiteboard jedes gängigen Videotools und sorgt für viele Lacher.

7. Schnell-Quiz zum Thema (5 Minuten)

Drei bis fünf Fragen zum Meetingthema, beantwortet über den Chat oder eine Umfrage. Aktiviert Vorwissen und macht neugierig auf den Inhalt.

8. Check-out: Was nehme ich mit? (3 Minuten)

Zum Abschluss nennt jede:r einen Satz: Was nehme ich aus dem Meeting mit? So endet das Meeting mit einem klaren Gefühl statt mit dem Klick auf „Verlassen“.

Leseprobe: zwei Übungen aus dem Buch

Zwei Übungen im Originalwortlaut aus „66 Übungen und Spiele für Online-Meetings und Fernunterricht“ von Karin Leonhardt – so, wie sie im Buch stehen: mit Ziel, Material und Anleitung.

5. Meine Geldbörse ist mein Leben

Ziel: Kennenlernen, Vertraut werden, Kreativität

Material: Jede*r Teilnehmer*in braucht seine*ihre Geldbörse zur Hand.

So geht’s: Die Teilnehmer*innen sollen sich anhand ihrer Geldbörsen vorstellen. Wie genau sie das machen bleibt ihnen selbst überlassen. Bei dieser Übung ist es von Vorteil jene beginnen zu lassen, die sich freiwillig melden, da es meist jene sind, die schon eine Idee haben. Man kann auch ein paar Tipps geben, zum Beispiel dass die Teilnehmer*innen das allgemeine Aussehen der Geldtasche mit sich vergleichen können, oder aber auch die Geldtasche auspacken können und zu allem was drin ist etwas sagen können, was ihnen gerade einfällt. Meistens kommt man nach bereits wenigen Teilnehmer*innen in einen guten Austausch.

Varianten: Dasselbe funktioniert auch gut mit anderen alltäglichen Utensilien, die einem wichtig sind: z.B. Schlüsselbund, Arbeitstasche etc.

16. Für Zuspätkommer*innen

Ziel: Zu spät kommende Person durch ein kurzes Spiel schnell in die Gruppe integrieren

Material: –

So geht’s: Auch in Online-Meetings kommt es oft vor, dass jemand zu spät kommt. Dieses Spiel würde ich jedoch nur machen, wenn die Person deutlich zu spät kommt, also beispielsweise die Kennenlernrunde verpasst hat. Hierfür sagt die zuspätkommende Person zuerst nur ihren Namen. Danach darf jede*r Teilnehmer*in (oder wenn es zu viele sind die ersten 5-10 Personen, die sich spontan melden) der Person eine beliebige Frage stellen. Also z.B. welchen Beruf hast du? Was hattest du tolles zu tun, dass du es nicht rechtzeitig ins Meeting geschafft hast? Der*die Zuspätkommende soll die Fragen gerade und direkt beantworten.

Die anderen 64 Übungen gibt es im Buch: Zum Buch · Direkt auf Amazon bestellen

Typische Fehler

  • Spaß auf Kommando: Wer nicht mitmachen will, darf auch zuschauen. Zwang zerstört genau die Lockerheit, die das Spiel erzeugen soll.

  • Zu lang: Ein Icebreaker, der das halbe Meeting frisst, sorgt für Frust. Lieber kurz und regelmäßig.

  • Ohne Zweck: Sag dazu, warum ihr spielt – zum Kennenlernen, zum Aufwachen, zum Ankommen. Dann nimmt die Gruppe es ernst.

  • Immer dasselbe Spiel: Abwechslung hält die Neugier wach.

Wenn die Energie mitten im Meeting absackt, helfen kurze Energizer für Online-Meetings mit Bewegung und Atem.

66 Übungen im Buch

Du willst mehr Ideen? Im Buch „66 Übungen und Spiele für Online-Meetings und Fernunterricht“ hat Sportpsychologin Karin Leonhardt 66 Übungen gesammelt – für mehr Interaktion, Aufmerksamkeit und echten Kontakt im digitalen Raum. Für Projektleiter:innen, Teamleiter:innen, Lehrende und Coaches.

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Häufige Fragen

Brauche ich dafür ein spezielles Tool?

Nein. Alle Spiele auf dieser Seite funktionieren mit Chat, Kamera und dem Whiteboard, das Zoom, Teams und Co. ohnehin mitbringen.

Funktionieren die Spiele auch in hybriden Meetings?

Die meisten ja – achte darauf, dass die Online-Teilnehmer:innen genauso zu Wort kommen wie die Personen im Raum.

Und für Sportteams?

Auch Teams im Sport profitieren von guter Kommunikation – mehr dazu unter Sportpsychologie für Teams & Vereine.